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Steffen Hammermüller
16. Juni 2012

 

 

Alcatraz Hallo Herr Hammermüller! Hätte man uns noch vor wenigen Wochen gesagt, dass wir Sie bald im Interview haben, so hätte das sicher keiner geglaubt. Es ist schön wieder ein altes Gesicht im Alfred- Kunze-Sportpark begrüßen zu können. In diesem Sinne herzlich willkommen zuhause "Hammer"!

Sie waren insgesamt von 1992 bis 2007 in den verschiedensten Positionen beim FC Sachsen Leipzig. Spieler, Jugendtrainer, Co-Trainer der Ersten, Trainer der Zweiten. An welche Dinge erinnern Sie sich besonders gern zurück und was gehört eher in die Kategorie der negativen Erfahrungen?
 
"Hammer" "Fangen wir doch mal bei dem Positiven an: Was kann man sich mehr wünschen, als scheidender Aktiver im Verein verantwortliche Aufgaben als Trainer im Nachwuchs und administrative Aufgaben zu übernehmen. Zum anderen ist das doch ein optimaler Übergang vom aktiven Fußballspieler zum Fußballtrainer. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, elf Mal Steffen Hammermüller aufstellen zu müssen. Da wirst du als Trainer, erstens deine Freude haben und zweitens graue Haare bekommen. Ich wollte nur damit sagen, dass ich meine eigenen Vorstellungen als Fußballtrainer auch konsequent umsetzen werde. Absolut positiv zu bewerten ist, dass ich als Trainer in Leipzig sehr erfolgreich gearbeitet habe. Im Übrigen auch mit einem sehr geringen Etat in Bautzen! Eine doch negative Erfahrung, die irgendwann jedem Trainer widerfahren wird, war die Kündigung beim FC Sachsen Leipzig, als A-Junioren-Bundesligatrainer und das mitten in der Saisonvorbereitung. Auf der einen Seite aus Geldmangel, was man noch nachvollziehen konnte, in dieser turbulenten Zeit. Aber anderseits wurde in der Kürze der Zeit ein neuer Trainer finanziell möglich? Ich konnte die damals Verantwortlichen leider bis dato noch nicht fragen, nach dem Weshalb und Warum?"
 
Alcatraz Nach Ihrer letzten Trainerstation bei Budissa Bautzen (nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des Oberlausitzcup) verschlug es Sie zuletzt in die Schweiz. Was haben Sie dort gemacht und welche Erfahrungen konnten Sie mitnehmen?
 
"Hammer" "Ich musste mich neu orientieren, was erstens die Arbeitslosigkeit betraf und zweitens bin ich ein Mensch der beschäftigt sein will und für vieles Interesse zeigt. Also habe ich mich als freiberuflicher Fußballtrainer selbstständig gemacht. Die Geschichte mit den privaten Fußballschulen kam eigentlich nur zu Stande, mit dem Aus bei Budissa. Mich kontaktierte ein altbekannter Freund, ob ich mir vorstellen kann, mit ihm gemeinsam in Deutschland und der Schweiz, Kinder und Jugendliche zu trainieren. Das Konzept hat mit gefallen und ich habe spontan zu gesagt. Im Jahr 2010 gab es die Kooperation mit Grasshopper-Club Zürich. Da hatte ich des Öfteren Zeit beim GCZ zu "lorge" und einige Spiele in der Axpo Super League beizuwohnen und zu beobachten. Auch auf dem GC Campus Nachwuchs-Leistungszentrum!"
 
Alcatraz Der Trainerwechsel kam für viele sehr überraschend. Wie kam der Kontakt zum Verein zu Stande?
 
"Hammer" "Ich hatte im letzten Jahr 2011 schon mal eine lose Anfrage per E-Mail bzw. auf meiner Homepage. Die Kuriosität daran ist, dass nach dem Traineraus vom Dirk Heyne beim FC Sachsen Leipzig u.a. fast gleichzeitige Anfragen kamen und ich von einem "Fan" der BSG Chemie Leipzig konfrontiert wurde. Zwischendurch war ich noch mal beim SSV Markranstädt zum Gespräch. Später kontaktierten mich die jetzigen Vorstände der BSG. Soviel zu diesem Thema."
 
Alcatraz Sie betreuen das Team nun seit dem 29. Mai. Welchen Eindruck haben Sie von den Jungs und welche Eigenschaften muss ein Spieler mitbringen um bei Ihnen überzeugen zu können?
 
"Hammer" "Insgesamt bin ich positiv überrascht. Einen Großteil der Mannschaft kenne ich und weiß, ihre Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Von denen, die nicht so in meinem Kopf gespeichert sind, konnte ich zumindest einen positiven Trainings-Eindruck gewinnen. Die Organisation und Disziplin innerhalb der Mannschaft funktioniert."
 
Alcatraz Die Saison neigt sich dem Ende zu und die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen sicher auf Hochtouren. Da werden Verträge verlängert, neue Spieler verpflichtet und natürlich verlassen uns auch ein paar. Können Sie uns heute schon einen kleinen Einblick in das Team der BSG Chemie für die neue Saison geben?
 
"Hammer" "Die Mannschaft ist im Großen und Ganzen eine intakte Einheit und diese sollte man auch in ihrer Struktur nicht auseinanderbrechen. Position spezifische Verstärkungen werden sich finden lassen und Ergänzungen dazu. Spieler wie Joachim Härtel (TW), Florian Gerber, Sven Schlüchtermann oder auch Michael Schilling werden ihre Chance schon am Wochenende gegen RBL II erhalten, soweit sie einsatzfähig sind. Alle anderen habe ich schon unter Wettkampfbedingungen spielen sehen!"
 
Alcatraz Die Landesligasaison verlief insgesamt sehr erfolgreich für uns. Ein Platz im oberen Drittel kann sich durchaus sehen lassen. Dennoch sagt ein altes Sprichwort "Wer rastet, der rostet." Welche sportlichen Ziele haben Sie mit der BSG Chemie?
 
"Hammer" "Die Landesliga bedeutet nicht, dass wir am Limit arbeiten. In kürzester Zukunft werden das Anspruchsdenken und die Wirklichkeit in dem Willen enden, höherklassigen Fußball mit der BSG Chemie Leipzig genießen zu dürfen."
 
Alcatraz Sie werden künftig auch die Koordination im Jugendbereich übernehmen. Zuletzt war zu hören, dass der Verband eine Klage gegen Chemie erhebt, weil wir die geforderte Anzahl an eigenen Spielern in den Spielgemeinschaften nicht erfüllt hätten. Und das obwohl wir das erste Jahr Landesliga spielen und zudem in Kooperation mit TuS Leutzsch ein umfassendes Jugendkonzept für die neue Saison vorlegen konnten. Letztlich ist es eine Geldstrafe für den Verein geworden. Wie viel Verständnis haben Sie für dieses Verfahren des Verbandes?
 
"Hammer" "Das viele Geld, was wir jetzt sinnlos zum Fenster rausschmeißen mussten, soll doch demnächst im Verein bleiben und auch dem Nachwuchs zur Verfügung stehen. Aus den Fehlern der Vergangenheit muss schnellstmöglich gelernt und alle Erfordernisse des SFV erfüllt werden. Ich bin überzeugt, dass wir mit TuS Leutzsch eine perfekte Partnerschaft und Kooperation für den Nachwuchsfussball der BSG Chemie / TuS Leutzsch in Leipzig gefunden haben. Diese Spielgemeinschaft ist gegründet auf das Vertrauen und die Tradition, die beide Vereine verbindet."
 
Alcatraz Am vergangenen Sonnabend sahen wir ein Auswärtsspiel im eigenen Stadion. Es ist kein Geheimnis, dass zwischen den Fans beider Teams ein tiefer Graben an Ansichten und Idealen liegt. War das für Sie als Trainer ein Spiel wie jedes andere? Welche Gedanken hatten Sie als zwei grün-weiße Mannschaften aufeinandertrafen, die beide das Erbe Alfred-Kunzes für sich beanspruchen und wie sehen Sie diese Teilung insgesamt betrachtet?
 
"Hammer" "Tolles Gefühl, wieder im Alfred-Kunze-Sportpark stehen zu dürfen. Aber, für mich nicht nachzuvollziehen, was hier momentan läuft! Ich kenne das so nicht!!! Wir hatten mal eine Zeit, mit super Fans, mit netten, freundlichen Familien mit Kindern und Fan-Clubs, die miteinander und nicht gegeneinander sein wollen. Hier besteht Handlungsbedarf und schnellstmögliche Integration zurück zur alten Tradition!!!"
 
Alcatraz Mit dem für uns Fans so bedeutsamen Sieg gegen die SG Leipzig Leutzsch konnte bereits der zweite Sieg im zweiten Spiel eingefahren werden. Das kann sich doch schon mal sehen lassen. Welche Veränderungen haben Sie im Team vorgenommen und wie hoch schätzen Sie Ihren Anteil am jüngsten Erfolg ein?
 
"Hammer" "Hut ab…vor der Mannschaft! Sie hat doch vieles umgesetzt, was sie sich vorgenommen hat. Aber sie ist auch in der Lage dazu, jeden Gegner ernst zu nehmen und auch diesen zu bezwingen. Ich will damit sagen, dass das Ergebnis für meine Person in diesem Fall eine Standortbestimmung war. Nicht mehr und auch nicht weniger!!!"
 
Alcatraz An dieser Stelle gibt es für unsere Interviewpartner - und damit heute auch für Sie - die obligatorische letzte Frage: Was möchten Sie den Fans und der Welt noch mit auf den Weg geben?
 
"Hammer" "Gesundheit, Glück und Schaffenskraft im Kreise der Familie!!!"
 
Alcatraz Vielen Dank Herr Hammermüller. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Spaß bei der BSG Chemie. Möge Sie das Fünfeck in guten und in schlechten Zeiten begleiten.
 
 
16. Juni 2012

 

 

Marcus Wolf
19. Mai 2012

 

Alcatraz Hallo Marcus! Wir freuen uns, Dich heute interviewen zu dürfen. Ursprünglich kommst du aus Brandeburg. Schipkau und Senftenberg waren vor Leipzig deine Stationen. Wie hat es Dich in die Messestadt verschlagen?
 
Marcus "Ich war ca. 3 Jahre bei der Bundeswehr in Lüneburg stationiert und habe dann einen Antrag auf Versetzung gestellt, mit dem Ziel, schnellstmöglich Richtung "neue" Bundesländer versetzt zu werden. Durch einen Bekannten hat sich dann Leipzig für mich angeboten, worüber ich heute noch sehr dankbar bin. Meine erste Station war dann Lok Leipzig. Ich konnte mich mit dem Verein aber nie richtig identifizieren (Anm. d. Red.: besser ist’s!) und habe dann mit Blau-Weiß eine Mannschaft mit super Charakteren und motivierten Spielern gefunden, von denen einige auch bei Chemie tragende Säulen sind. Ein zusätzlicher Dank geht raus an Olli Krause."
 
Alcatraz Du bist nun schon einige Zeit in Leipzig und involviert in die Geschehnisse. Heute geht es gegen den SSV Markranstädt. Letztlich waren sie es, die es Red Bull ermöglichten, überhaupt erst Fuß in Leipzig zu fassen. Die Traditionsvereine lehnten dankend ab. Wie bewertet man sowas als Spieler?
 
Marcus "Man kann sagen, dass dieses Projekt dem Leipziger Land und der Stadt Leipzig sicherlich gut tut. Geld regiert bekanntermaßen die Welt – ein Sprichwort, welches in mancher Hinsicht traurig stimmt und den Fußballsport in der heutigen Zeit an vielen Stellen sehr unglaubwürdig erscheinen lässt. Deswegen kann ich Meinungen „contra RB" gut nachvollziehen."
 
Alcatraz In der laufenden Saison stehen beim SSV Markranstädt 56 erzielten Treffern gerade einmal 11 Gegentore gegenüber. 67 Punkte stehen zu Buche. Mit welchen Mitteln kann diese Mannschaft heute geschlagen werden?
 
Marcus "Diese Zahlen sprechen für sich. Trotzdem dürfen wir uns nicht verstecken und müssen von der ersten Sekunde an dem Gegner signalisieren, dass wir die Punkte heute im AKS behalten. Wenn wir aggressiv in die Zweikämpfe gehen und somit dem Gegner die Spiellust nehmen, sollte es uns möglich sein, auch dieses Heimspiel zu gewinnen."
 
Alcatraz Letzten Sonnabend mussten wir in Bischofswerda ran. Da setzte es eine schmerzliche 1:2 Niederlage. Das Team wirke über weite Strecken ideenlos. Scheinbar passen wir uns immer dem Niveau des Gegners an. Du warst verletzungsbedingt zum Zuschauen verdammt. Wie hast Du das gesehen?
 
Marcus "Leider konnte ich – wie bereits erwähnt – verletzungsbedingt nicht in Bischofswerda dabei sein. Viele bemängeln eine fehlende Einstellung. Gut, die Saison ist fast vorbei. Trotzdem sollte jeder, gerade im Hinblick auf die kommende Saison, dem Trainerteam zeigen, dass man gewillt ist, den nächsten Schritt zu gehen und den Anspruch hat, ganz oben mitzuspielen. Und generell ist jeder in der Pflicht, den Fans etwas zurück zu geben."
 
Alcatraz So langsam sollten die Planungen für die kommende Saison anlaufen. Da möchten wir es nicht verpassen zu fragen, ob das Fünfeck auch in der nächsten Saison Dein Wegbegleiter sein wird…
 
Marcus "Ich habe mit dem Trainerteam bereits Gespräche geführt und auf beiden Seiten steht einer weiteren Zusammenarbeit nichts im Weg."
 
Alcatraz Einfache Frage – einfache Antwort: Steigt die BSG Chemie im Jahre 2013 auf?
 
Marcus "Die Heimspiele gegen Görlitz und Kamenz sowie das Auswärtsspiel gegen RB II haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, Leistungen abzurufen, die es ermöglichen, im kommenden Jahr ganz oben mitzuspielen. Jedoch müssen wir es lernen, konstant guten Fußball zu spielen und unsere Leistungen von Woche zu Woche zu bestätigen. Eine hundertprozentige Trainingseinstellung setze ich da natürlich voraus."
 
Alcatraz Wir Fans sind immer neugierig, was ihr Jungs außerhalb des Stadions treibt. Wie verdienst Du Dein Geld und wie gestaltest Du Deine Freizeit?
 
Marcus "Ich mache zurzeit ein Studium zum staatlich geprüften Techniker mit dem Schwerpunkt Maschinenbau. Nebenbei halte ich mich im Firnessstudio fit und verbringe so viel Zeit wie möglich mit meiner Freundin und Freunden."
 
Alcatraz Eine Frage haben wir noch. Um die kommt bekanntlich kein Spieler herum: Was möchtest Du den Fans und der Welt noch mit auf den Weg geben?
 
Marcus "Es ist verrückt, wie uns die Jungs jedes Wochenende unterstützen. Egal wo, sie sind für uns da! Mir ist bewusst, welche Strapazen die Leute auf sich nehmen, um die BSG zu unterstützen. Wie sie das eine oder andere Mal von uns enttäuscht wurden (siehe Eilenburg, Hohenstein oder Bischofswerda) aber trotzdem immer hinter uns stehen und die Woche darauf wieder ins Stadion kommen, um uns anzutreiben, verdient allerhöchsten Respekt! Danke dafür! Zusammen ist im nächsten Jahr alles möglich! In diesem Sinne – Voran BSG!!!"
 
 
19. Mai 2012

 

 

Stephan Schammer
5. Mai 2012

 

Alcatraz Hallo Stephan! Es wird wirklich Zeit, dass wir Dich interviewen dürfen, schließlich gehörst Du mit 23 Einsätzen und 1.900 Spielminuten zweifelsohne zu den zuverlässigsten Stammspieler der Mannschaft. Was motiviert Dich, um Woche für Woche immer wieder Deine Leistung abrufen zu können?
 
Stephan "Ich denke jeder Fußballer, egal ob er in der Kreisliga oder Bundesliga kickt, will so viele Spiele wie möglich gewinnen und versucht daher immer wieder sein Bestes abzurufen. Denn Fußball macht erst dann richtig Spaß, wenn er erfolgreich ist. Außerdem stelle ich mir selber den Anspruch alles für die Mannschaft, den Verein und natürlich für die Fans zu geben"
 
Alcatraz Das Fußballspielen hast Du in Halle gelernt. Nach Deiner Zeit in der Jugend beim Halleschen FC ging es zum VfL Halle 96. Anschließend hat es sich in die Hessenliga zum KSV Baunatal verschlagen. Wie kam dieser Abstecher zu Stande?
 
Stephan "Nach meinem Abitur, welches ich in Halle an der Saale abgelegt habe, bin ich zum Studium nach Kassel gegangen und habe dann dort beim KSV Baunatal gespielt. Früher oder später zieht es einen dann doch wieder in die Heimat zurück und so kommt es, dass ich wieder hier spiele."
 
Alcatraz Gegen Hohenstein-Ernstthal gab es leider eine Niederlage. Chemie tauchte gefühlte 30 mal vor dem gegnerischen Tor auf aber im Abschluss waren wir immer wieder viel zu harmlos. Stoßen wir gegen solche Mannschaften an unsere Leistungsgrenze oder ist das vielleicht eine Kopfsache?
 
Stephan "Es wurde nach dem Spiel viel diskutiert. Eines steht fest: es lag nicht am Wetter, denn auch Hohenstein-Ernstthal musste sich bei den schwierigen Bedingungen auf das Spiel konzentrieren. Auch unsere dünne Personaldecke, mit der wir seit einigen Spielen zu kämpfen haben, soll keine Ausrede für das Spiel am letzten Samstag sein. Es stand eine Mannschaft auf dem Feld, die auch Hohenstein-Ernstthal hätte schlagen können. Wir haben an diesem Tag nur leider etwas sehr Wichtiges missen lassen. Es fehlte der unbedingte Wille ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen und somit das Spiel für uns zu entscheiden. Ich denke nicht, dass wir gegen solche Mannschaften an unsere Leistungsgrenze stoßen. Man brauch nur einmal auf die Rückrundenspiele gegen Kamenz und zuletzt auch gegen Görlitz zu schauen. Da konnten wir auch gegen vermeintlich starke Mannschaften zeigen, was wir können."
 
Alcatraz Wie sieht Dein Leben aus, wenn das grün-weiße Trikot doch mal im Schrank oder in der Ecke liegt? Wie verdienst Du Dein Geld und wie verbringst Du Deine Freizeit am liebsten?
 
Stephan "Neben dem Fußball verbringe ich viel Zeit mit meiner Freundin und unserem Hund, welcher natürlich auch ein BSG Chemie Halsband besitzt ;-) Natürlich unternehme ich auch viel mit Freunden, gehe gern in Bars und Clubs der Stadt. Außerdem besuche ich öfter meine Familie in Halle."
 
Alcatraz Ein ungeliebtes Thema für uns alle: Die SG Leipzig Leutzsch spielt bekanntermaßen ebenfalls im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Fans von BSG und SGLL könnten wohl unterschiedlicher nicht sein und beim bald anstehenden Derby stehen unsere Fans sicher im Gästeblock des eigenen Stadions. Wie bewertet man sowas als Spieler?
 
Stephan "Es ist kein Geheimnis, dass ich, im Gegensatz zu manch anderem Spieler, keine Leutzscher - Fußballvergangenheit habe. Für mich war es im Sommer 2011 etwas ganz Neues, aber auch sehr Interessantes erstmals für die BSG aufzulaufen. Natürlich habe ich auch im Vorfeld der Saison die Probleme in Leutzsch mitbekommen und war gespannt darauf, wie die Saison verläuft. Das unsere Fans gegen die SGLL jetzt im Gästeblock stehen müssen, ist sicher etwas ungewöhnlich, aber die richtige Antwort werden wir auf dem Platz zeigen. Ich denke jeder Spieler ist bei einem Derby, vor allem mit einem solchen Hintergrund, besonders motiviert und wir können alle einen spannenden Fight erwarten!"
 
Alcatraz Die Saison neigt sich ganz langsam dem Ende zu. Sechs Spiele haben wir noch vor uns. Trotz der drei Punkte Abzug stehen wir in der Tabelle richtig gut da. Schielt man da insgeheim doch noch auf den zweiten Tabellenplatz und den damit verbundenen Aufstieg oder ist das doch eher ein Vorhaben für 2013?
 
Stephan "Wie ich vorhin schon gesagt habe, versucht man jeden Spieltag erfolgreich zu gestalten und so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Leider haben wir diese Saison oftmals unnötig Punkte liegen lassen. Wie zum Beispiel in der Hinrunde beim Heimspiel gegen Plauen U23. Auch solche Spiele, wie eben am vergangenen Samstag in Hohenstein-Ernstthal, sind richtungsweisend und von besonderer Bedeutung. Wie man diese Saison leider feststellen musste, waren immer wieder viel zu große Leistungssprünge zu erkennen. Wenn wir es schaffen, unsere Siegesserien weiter ausbauen zu können, die Leistung konstant zu halten und nicht wieder nach 2 oder 3 Spielen einzubrechen, dann würden wir in der Tabelle mit Sicherheit weiter oben stehen! Nichtsdestotrotz versuchen wir natürlich weiter mit voller Leidenschaft und Einsatzbereitschaft die noch ausstehenden Partien in der Sachsenliga zu gewinnen. Bekanntermaßen ist eine Saison immer erst nach dem letzten Spieltag beendet! Wenn der Verein die Strukturen weiter festigen kann, die Mannschaft mit 2-3 Neuzugängen weitestgehend so zusammengehalten werden kann, dann kann das Ziel der BSG in der neuen Saison zweifelsfrei nur der Aufstieg sein!"
 
Alcatraz Apropos Saisonende - Bleibt uns Stephan Schammer auch über die Saison 2011/2012 erhalten?
 
Stephan "Die endgültigen Gespräche zwischen den Spielern und dem Verein sind noch nicht abgeschlossen, aber von meiner Seite aus sollte dem nichts im Wege stehen."
 
Alcatraz Das war es auch schon Stephan. Aber eine Sache muss uns an dieser Stelle jeder Spieler noch verraten: Was möchtest Du den Fans und der Welt noch mit auf den Weg geben?
 
Stephan "Ich kann mich für die tolle Unterstützung der Fans bei jedem Heim- und Auswärtsspiel nur bedanken. Selbst nach dem Schlusspfiff und der damit verbundenen, schmerzenden Niederlage in Hohenstein-Ernstthal, ließen es sich die Fans nicht nehmen, weiter Stimmung zu machen und Lieder der BSG zu singen. Das hat mich als Spieler besonders berührt. Danke, ihr seid wahre Fans!"
 
 
05. Mai 2012

 

 

Sven Schlüchtermann
22. April 2012

 

Alcatraz Hallo Sven! Schön, Dich endlich im Interview zu haben. Damit bist Du auch der erste Spieler, der nicht erst zu Beginn der Saison zur BSG kam. Du bist einer der Aufstiegshelden, durch die die heutige zweite Mannschaft in der Stadtklasse spielen darf. Wie hast du die letzte Saison erlebt?
 
Sven "Erst kürzlich habe ich mir wieder das Video vom 20. Spieltag der vergangenen Saison angeschaut. Es war das vorentscheidende Spiel um den Aufstieg im Camillo-Ugi-Sportpark in Markkleeberg gegen die zweite Mannschaft der Kickers. Ein Fußballspiel in der drittniedrigsten Spielklasse, zu dem sich bei anderen Vereinen höchstens die eigenen Eltern oder ein paar Freunde verirren würden. Nicht bei Chemie. Es waren um die 900 Zuschauer. Selbst meine Familie aus Dortmund war extra angereist. Wir haben damals einen 0:1-Rückstand gedreht und gewannen letztendlich 3:1. Aber nicht nur aufgrund des Ergebnisses war dieses Spiel eines der vielen Highlights einer wunderbaren Saison, die allen hoffentlich noch sehr, sehr lange in Erinnerung bleiben wird. Aber ob nun in Markkleeberg, beim SV Lindenau oder gegen den VfB Zwenkau III, jedes Spiel war etwas ganz besonderes und wir als Mannschaft haben halt versucht, unseren Teil dazu beizutragen, die BSG wieder ein kleines Stück nach oben zu bringen – uns deshalb heroische Taten zu bescheinigen, halte ich doch für etwas übertrieben. Wir haben einfach nur Fußball gespielt, und zwar in einem Umfeld, das uns doppelt motiviert hat. Der Verein und alle drumherum haben mir in diesem Jahr, in einer für mich persönlich sehr schwierigen Zeit, viel Kraft gegeben. Ich habe sehr viele neue Freunde gewonnen und unheimlich liebenswerte Menschen kennengelernt. Dafür bin ich sehr dankbar."
 
Alcatraz Heute kämpfst Du immer mehr um einen Stammplatz in der ersten Mannschaft. Schon gegen Plauen II und Heidenau wurdest Du Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt. Gegen Markkleeberg und Grimma konntest Du sogar von Anfang an spielen. Wie groß ist der Unterschied im Leistungsanspruch zwischen erster und zweiter Mannschaft?
 
Sven "Das Spiel an sich ist körperbetonter, dynamischer und schneller, darüber hinaus ist der Landesligafußball mit einem deutlich höheren Aufwand verbunden. Aus zwei Trainingseinheiten pro Woche in der Vorsaison sind vier geworden. Dazu kommen noch wesentlich längere Anfahrten zu den Auswärtsspielen. Viel mehr ins Gewicht fällt allerdings die Tendenz des steigenden Leistungsdrucks. Unsere Gesellschaft ist halt eine Leistungsgesellschaft. Im Sport ebenso wie in den restlichen Bereichen des Lebens. Umso höher die Liga, desto größer die äußere Erwartungshaltung und der damit einhergehende Druck. Nach einer nicht so ansprechenden Leistung bekommt man das dann auch direkt zu spüren und sei es nur durch wenige Reaktion von den Rängen oder in diversen Foren und Kommentarspalten. Da kann man sich schon vorstellen, wie es in den höheren Ligen aussieht. Da begrüßt man es als Spieler doch sehr, dass es genug Leute bei Chemie gibt – natürlich allen voran unsere Ultras –, die auch hinter Mannschaft und Verein stehen, wenn es nicht so gut läuft."
 
Alcatraz Du hast nun den Wandel im Verein hautnah miterlebt. Lass uns über die Fans reden. Welche Veränderungen gab es in der Fanszene nach dem Zusammenschluss mit Blau-Weiß und dem damit verbundenen Startplatz in der Landesliga?
 
Sven "Die Übernahme des Spielrechts war schon eine besondere Situation, sowohl für die Fans, die regelmäßig auf dem „99er“ zu finden waren, als auch für unsere damalige Mannschaft. Natürlich gab es viele kritische Stimmen – auch ich persönlich war der Ansicht, dass es sportlich nicht der aller ehrlichste Weg war –, aber auch viele, die eine neue Chance für die BSG sahen. Letztendlich stehen jetzt alle genauso hinter unserem Verein, wie es auch im letzten Jahr der Fall war. Und diese Unterstützung ist natürlich einzigartig. Mir ist es selbstverständlich auch weiterhin sehr wichtig, dass viele Leute den Weg zur unserer Stadtklasse-Mannschaft finden."
 
Alcatraz Zuletzt wurden uns 3 Punkte abgezogen und der Verein bekam eine Geldstrafe von fast 1.000 €, weil wir innerhalb der Frist nicht fünf Schiedsrichter stellen konnten [mittlerweile haben wir dieses Soll aber erfüllt; Anm. d. Red.]. Wie sieht man so eine Strafe als Spieler und ist sowas gerechtfertigt, wenn man gerade die erste Saison in der Landesliga spielt?
 
Sven "Wahrscheinlich sind wir nicht der einzige Verein, der unter den Sanktionen leidet. Der Verband versucht mit diesen, meiner Meinung nach, unverhältnismäßig hohen Strafen, seine Vereine zur Einhaltung des Schiedsrichtersolls zu zwingen. Aus der Spielersicht ist natürlich sehr bitter, wenn die sportlich erbrachte Leistung durch die Urteile des Sportgerichtes abgewertet wird. Außerdem sollten Sonderfälle, aber vor allem die Bemühungen der Vereine zur Erfüllung des Schiedsrichtersolls berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite wird auch deutlich, dass es immer schwieriger wird, Personen, die ehrenamtlich im Verein tätig sind, zu gewinnen. Gerade im Umgang mit den Unparteiischen sollte sich aber auch jeder fragen, wie man Sie in ihren Aufgaben unterstützen kann. Als Spieler erwischt man sich schon häufig dabei, die Schuld für alles dem Schiedsrichtern zu geben. Ein fairerer und respektvollerer Umgang wäre schon angebracht, ansonsten wird es immer häufiger dazu kommen, dass Partien ohne offizielle Schiedsrichter geleitet werden müssen."
 
Alcatraz Letzte Woche ging es gegen Grimma. Du durftest wieder von Anfang an spielen. Bist Du zufrieden mit Dir und Deiner Leistung beim 3:1-Sieg?
 
Sven "Physisch und psychisch bin ich noch nicht auf dem Leistungstand, auf dem ich gerne wäre und auch schon mal war. Wichtig ist für mich die Erkenntnis, dass ich in dieser Liga halbwegs mithalten kann und auch von der Mannschaft gut aufgenommen wurde – und das war in diesem sehr coolen Team definitiv der Fall."
 
Alcatraz Mit Fußball allein verdient man in den Niederungen des Amateurfußball meist nicht genug, um zu leben. Was machst Du fernab des Fußballplatzes und dem Fünfeck auf der Brust?
 
Sven "Nach einer etwas längeren Pause habe ich mein Studium (Bachelor Sportmanagement) wieder aufgenommen. Somit ist es mir auch möglich, das Fünfeck beim Tischtennis, Geräteturnen oder beim Gymnastik-/Tanzkurs zu tragen."
 
Alcatraz Bei unseren Recherchen fiel uns ein Foto in die Hände, auf denen Du samt Schal bei Borussia Dortmund zu finden bist. Wie kommt es zu diesem Fandasein bei der Borussia?
 
Sven "Meine Kindheit hab ich nur wenige Meter entfernt vom Westfalenstadion verbracht, in das mich dann mein Vater auch schon sehr früh mitnahm. Dortmund ist eine sehr fußballverrückte Stadt, der ich es dann wahrscheinlich auch zu verdanken habe, dass ich jetzt Fußball und nicht Basketball spiele. Das Foto ist allerdings nur entstanden, weil ich einem Freund, der Praktikant bei „11Freunde“ war, einen kleinen Gefallen getan habe. Die Mannschaft mag ich noch sehr gerne, aber wenn mich heute einer nach meinem Lieblingsteam fragt, dann gibt es zunächst eine andere Antwort."
 
Alcatraz Jetzt hast Du es geschafft! Aber eine letzte Frage sei gestattet: Was möchtest Du den Fans und der Welt noch mitteilen?
 
Sven "Es gibt sehr, sehr viele Leute, die mit sehr, sehr viel Leidenschaft dabei sind und alles dafür tun, den Verein wieder so aufzustellen, wie er es verdient hat und ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Wichtig ist allerdings, dass alle geduldig bleiben, kleinere Rückschläge akzeptiert werden und dass im Fokus bleibt, was langfristig dem Verein gut tut. Persönlich möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die mich in den letzten eineinhalb Jahren so unglaublich unterstützt haben. „Haltet die BSG in Ehren, dass Sie niemals untergeht“ "
 
 
22. April 2012

 

 

 

Martin Gröbel
31. März 2012

 

Alcatraz Hallo Martin, nachdem wir Dich bereits einmal für unsere Homepage interviewen durften, freuen wir uns, dass es nun endlich auch mit dem Fünfeck klappt. Du bist Anfang der Saison von Blau-Weiß Leipzig zur BSG gekommen. Was gab den Ausschlag für diese Entscheidung?
 
Martin "Wie ja die meisten Leute wissen, übernahm die BSG das Spielrecht von Blau-Weiß Leipzig. Für mich war es dann am naheliegendsten, zur BSG zu wechseln. Es macht einfach viel mehr Spaß, für einen Traditionsverein mit so tollen Fans zu spielen."
 
Alcatraz Nachdem wir einen sehr guten Start in die Rückrunde hatten, lief es zuletzt gegen Eilenburg und Plauen weniger gut. Man hat oft das Gefühl, die Mannschaft passt sich dem Niveau des Gegners an. Wie siehst Du das?
 
Martin "Ich finde, dass in dieser Liga keine Mannschaft eine andere an die Wand spielen kann. Man muss jedes Spiel seine maximale Leistung abrufen. Wenn man das nicht tut, gewinnt man in der Landesliga kein Spiel."
 
Alcatraz Momentan bist Du leider verletzt und kannst nicht in das Geschehen eingreifen. Was genau ist passiert und wie lange wird Deine Genesung noch dauern?
 
Martin "Im Spiel gegen Kamenz verletzte ich mich am linken Knie mit Verdacht auf Innenbandriss. Am 29. März hatte ich meinen MRT-Termin, nun warte ich auf das Ergebnis. Mal sehen, was der Arzt diagnostiziert. Deswegen kann ich momentan keine Angaben zur Dauer des Heilungsprozesses machen.."
 
Alcatraz Wie schwer ist es für einen Spieler, wenn man zum Zuschauen gezwungen ist und selber nichts machen kann?
 
Martin "Ich glaube, für einen Fußballer gibt es kaum etwas Schlimmeres als wenn man draußen sitzt und tatenlos zusehen muss. Aber Verletzungen passieren nun einmal und gehören zum Fußball dazu."
 
Alcatraz Wie gestaltet sich Dein Leben fernab des Fußballplatzes? Womit verdienst Du deine Brötchen?
 
Martin "Ich absolviere eine Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz. In meiner Freizeit verbringe ich möglichst viel Zeit mit meiner Freundin, Freunden und meiner Familie."
 
Alcatraz Du warst früher bereits in der Jugend ein Leutzscher. Damals hieß Dein Verein FC Sachsen. Wenn Du Dich zurückerinnerst: Welches war Dein schönstes Erlebnis mit dem FCS?
 
Martin "Der A-Jugend-Bundesligaaufstieg in der Saison 2004/2005 war mein persönliches Highlight im Trikot des FCS."
 
Alcatraz Blick in die Kristallkugel: Wo siehst Du unsere BSG am Ende der Saison und wohin geht der Weg in den nächsten Jahren? Wie lautet Deine persönliche Prognose?
 
Martin "Die Mannschaft hat das Potential, am Ende der Saison unter die ersten fünf zu kommen. Hoffentlich schaffen wir es, den Vorsprung zu Platz 2 weiter zu verringern, um so lange wie möglich um den Aufstieg mitzuspielen. Für die nächsten Jahre wünsche ich mir, dass der Verein weitere Vereinsstrukturen schafft, eine Jugendabteilung aufbaut und dann das Ziel Oberligaaufstieg in Angriff nimmt."
 
Alcatraz Wie immer an dieser Stelle natürlich auch für Dich die Chance, den Fans und der Welt noch etwas mitzuteilen. Schieß los!
 
Martin "Wir haben die besten Fans der Welt!"
 
 
31. März 2012

 

 

Joachim Härtel
10. März 2012

 

Alcatraz Hallo Joachim, schön dass das Fünfeck nun Deine Brust ziert. Herzlich willkommen bei der BSG Chemie! Deine letzten 3 Stationen waren in Hessen. Woher kam der Impuls nach Leipzig zu wechseln?
 
Joachim "Ich bin im September 2011 studienbedingt nach Leipzig gezogen. In der Hinrunde habe ich noch in der Verbandsliga Hessen das Tor gehütet. Es war eine schöne Zeit in Bad Soden, doch der Aufwand stand durch den Umzug in keinem Verhältnis mehr. Ein Freund, der beim Roten Stern Leipzig spielt, hat mir dann von Chemie erzählt und so bin ich nun im Leutzscher Holz gelandet."
 
Alcatraz Bringst Du Deine Familie mit ins Leutzscher Holz oder kommst Du vorerst ohne Anhang zu uns?
 
Joachim "Meine Familie wohnt in Hessen, aber meine Mutter kennt unsere Rückrundepartien jetzt schon besser als ich und fiebert auf jeden Fall voll mit. Einige Freunde haben schon bei Freundschaftsspielen zugeschaut. Es gilt nun, sie regelmäßig samstags in den Alfred-Kunze Sportpark zu locken."
 
Alcatraz Rückblickend betrachtet - was war Dein schönstes Spiel und was machte es so besonders?
 
Joachim "Da fällt mir die Entscheidung schwer. Mein erstes Oberligaspiel für Buchonia Flieden war auf jeden Fall ein Highlight, weil ich mir einen Nagel in den Fuß getreten hatte. Ich musste mit einer Spezialeinlage trainieren. Ich erinnere mich, wie mit dem Anpfiff plötzlich alle Schmerzen verschwunden waren. Ich wollte nur noch unbedingt gewinnen."
 
Alcatraz Für 6.-Ligaverhältnisse feuern bei uns sehr viele Fans ihre Mannschaft an. Es müssten fast 10mal so viele sein, wie Du es bisher gewöhnt warst. Macht Dich dieser Gedanke nervös oder überwiegt die Vorfreude?
 
Joachim "Ganz klar die Vorfreude. Es ist einfach großartig, von vielen beobachtet und unterstützt zu werden Je mehr Menschen auch außerhalb des Platzes emotional mitfiebern, desto mehr Spaß macht es mir auf jeden Fall."
 
Alcatraz Du bist nun seit 6 Wochen bei uns. Wie gut fühlst Du Dich aufgenommen und was fehlt Dir hier vielleicht noch?
 
Joachim "Man merkt ziemlich schnell, dass es innerhalb der Mannschaft stimmt. Die anderen Spielern haben es mir leicht gemacht mich im neuen Umfeld zurechtzufinden. Ich würde gerne mal wieder auf Rasen ohne geschlossene Schneedecke spielen, aber das haben die Witterungsbedingungen bislang leider nicht zugelassen."
 
Alcatraz Hast Du so weit weg von Leipzig die Geschehnisse im Leipziger Fußball mitbekommen? Was hältst du als Hesse vom "Verein" RasenBall Leipzig?
 
Joachim "Leipzig verdient es wegen seiner Fußballbegeisterung und Fußballtradition in den oberen Ligen mit zu spielen. Ich stehe der Entwicklung Fans nur als Konsumenten zu betrachtet kritisch gegenüber. Abgesehen davon, das Getränk des Großsponsors schmeckt überzuckert und ist sicher kein Fitnessdrink."
 
Alcatraz Wie siehst Du angesichts der Konkurrenz Deine Chancen in Zukunft in der Start-Elf im Kasten zu stehen?
 
Joachim "Konkurrenz fordert heraus und steigert die Leistungsbereitschaft. Egal wer von uns dreien im Tor stehen wird, die Mannschaft ist gut auf die Rückrunde vorbereitet und auf einander eingestellt."
 
Alcatraz Wie immer nun auch für Dich die Möglichkeit: Was möchtest Du den Fans und der Welt noch mitteilen?
 
Joachim "Fußball macht nur in Gemeinschaft Spaß. Die Mannschaft erbringt die Leistung, Rückendeckung und Unterstützung kommen von den Fans. Dafür gebührt beiden Anerkennung und Respekt. Ich freue mich auf gute Spiele, begeisterte Stimmung und darauf, dass zweimal 3 Punkte vergeben werden können: für die Besten auf dem Platz und die Besten auf der Tribüne."
 
Alcatraz Wir wünschen Dir maximale Erfolge bei der BSG Chemie und alles Gute für die Zukunft.
 
Joachim "Vielen Dank!"
 
10. März 2012

 

 

Lukas Rieger
19. November 2011

 

Alcatraz Hallo Lukas! Schön, dass wir Dich heute interviewen dürfen. Erzähl uns von Dir. Wer ist Lukas Rieger abseits des Fußballplatzes? Was machst Du in Freizeit und Beruf?
 
Lukas "Gerade unter der Woche bleibt nicht viel Zeit abseits des Fußballs und der Arbeit… Ich bin meist damit beschäftigt meinen Vertriebsjob für Hilti (Befestigungstechnik, Werkzeug für den Bauprofi) auszuüben. Dabei organisiere ich mich viel, bin unterwegs bei meinen Kunden, insbesondere im Raum Leipzig/Halle und habe auch abends noch das ein oder andere nachzubereiten. Schließlich muss der Umsatz ja passen! Die restlichen freien Stunden verbringe ich dann gemeinsam mit meiner Freundin und Freunden. Und da reicht die Bandbreite dann vom gemütlichen Fernsehabend aufm Sofa über Parkspaziergang bis hin zum Feiern in der Stadt."
 
Alcatraz Am Anfang der Saison konnte man Dich einige Male in der Anfangsformation finden, dann ist es für einige Zeit sehr ruhig um Dich geworden. Was war los?
 
Lukas "Gegen Plauen II war ich beruflich verhindert und nach dem Grimma-Spiel musste ich dann einige Wochen wegen einer Knorpelquetschung im Knie, mit der ich auch schon zu Beginn der Vorbereitung Probleme hatte, aussetzen. Jetzt hat sich das Knie wieder stabilisiert und ich konnte gegen Markranstädt zwar bandagiert, aber quasi schmerzfrei, mitwirken."
 
Alcatraz Die Konkurrenz in der Abwehr ist groß. Mit Patrice Meißner und Frank Paulus stehen zwei erfahrene Spieler zur Verfügung. Wie schwer ist es da, sich durchzusetzen?
 
Lukas "Sowohl von der Stärke der Defensivspieler wie Paule oder Patte, als auch von der Konkurrenz, die dadurch entsteht, können wir als Team nur profitieren. Und wenn ich fit bleibe, werde ich meinen Teil dazu beitragen, dass die Defensive steht."
 
Alcatraz Letzte Woche sahen wir eine unglückliche Niederlage in Markranstädt. Wie hast Du das Spiel gesehen und was sagt es über unser Leistungsvermögen aus?
 
Lukas "Wir haben es dem Gegner gerade beim 1:0 und 2:0 zu leicht gemacht und waren für einen routinierten Gegner wie Markranstädt zu Beginn zu unentschlossen, sodass es eine verdiente Niederlage war. Trotzdem haben das Team und auch die Fans gerade Anfang der zweiten Hälfte gemerkt, dass wir durch zielstrebigen und engagierten Fußball jeden Gegner beeindrucken können. In dieser Phase hat eben ein Tor gefehlt. Fakt ist, dass wir unser Leistungsvermögen noch zu selten und unbeständig abrufen. Unser Selbstverständnis, als Sieger vom Platz zu gehen, muss sich noch enorm verbessern. In der Verbandsliga Württemberg mit Ravensburg hatten wir mal 18, 19 Spiele bis zum Saisonende nicht mehr verloren, weil wir von uns überzeugt waren und der Gegner das gespürt hat."
 
Alcatraz Das Restprogramm ist knüppeldick! Nach Neugersdorf heute kommen noch die SGLL und RB II. Was hat Euch der Trainer für diese Spiele mit auf den Weg gegeben?
 
Lukas "Die nächsten Spiele werden eine Herausforderung und geben uns gleichzeitig die Chance uns in den Topspielen zu beweisen. Der Trainer hat deutlich gemacht, dass es jetzt auf ausnahmslosen Einsatz jedes einzelnen ankommt. Und den werden wir liefern."
 
Alcatraz Ihr habt Euch am vergangenen Sonntag das Spiel RB II gegen die SGLL angeschaut. Welche Erkenntnisse konntet Ihr mitnehmen?
 
Lukas "Ich persönlich war bei meinen Großeltern und habe mir ein Handballspiel des VfL Fredenbeck in der 3. Liga angeschaut…"
 
Alcatraz Lass und mal vorgreifen: Das „Derby“ gegen die SGLL nächste Woche wird mehr Zuschauer ins Stadion locken als jedes andere Spiel bisher. Was erwartest Du von diesem Spiel?
 
Lukas "Ich habe im Süden bei Freunden bereits über dieses Spiel gesprochen und erwarte ein tolles und faires Fußballfest mit einem neuen Zuschauerrekord! Wir werden uns richtig einstimmen und vorbereiten, um diese für uns alle wichtige Partie zu gewinnen."
 
Alcatraz berühmte letzte Frage: Was möchtest Du den Fans und Welt noch sagen?
 
Lukas "In Oberschwaben sind die tollen Chemie-Fans durch mein Schwärmen bereits in aller Munde und gerade mein Vater ist vollauf begeistert! Dort kann man von solch einer Euphorie nur träumen. Vielen Dank für die bisherige und auch geduldige Unterstützung. Lasst uns aus den tollen 15 Minuten gegen Markranstädt annährend 90 Minuten mit vielen Chemie-Toren machen!…."
 
Alcatraz Dank Lukas - wir wünschen Dir viel Erfolg im Trikot der BSG.
 
19. November 2011

 

 

Tom Baumgart
29. Oktober 2011

 

Alcatraz Heute haben wir Tom Baumgart im Interview. Hallo und vielen Dank, dass Du dir die Zeit für uns genommen hast. Bis auf Deine Anfänge bei Motor Altenburg hast du nur für Grün-Weiß gespielt. FC Sachsen A-Jugend, Zweite Mannschaft und heute BSG Chemie. Zufall oder Chemiker mit Leib und Seele?
 
Tom "Hallo liebe Chemiker, nachdem der Spielbetrieb im Juni dieses Jahres beim FC Sachsen Leipzig eingestellt wurde, kam für mich eigentlich nur die BSG Chemie in Frage, da ich in dieser eine neue sportliche Herausforderung gesehen und vorher bereits 4 ½ Jahre für Grün-Weiß gespielt habe. Da ist es nicht so leicht, aus Leutzsch zu „verschwinden“. Zudem wusste ich, dass es eine richtig gute Truppe sein wird, da ich zum Teil im Vorfeld wusste, mit wem man alles zusammen spielt. Ich kann sagen, dass es eine hervorragende Mannschaft ist – sowohl charakterlich, als auch fußballerisch – und es Spaß macht, mit ihr und den ausgezeichneten Fans Woche für Woche zusammen Fußball zu spielen."
 
Alcatraz Die Niederlage letzte Woche gegen Radebeul war leider ziemlich enttäuschend. Woran lag das müde Spiel unserer Chemiker aus Deiner Sicht?
 
Tom "Ich denke, dass es für die Mannschaft und sicherlich auch für die Fans eine herbe Enttäuschung war. Meiner Meinung nach haben wir auf dem ungewohnten Geläuf große Schwierigkeiten gehabt, das Spiel aufzubauen, da Radebeul - wie schon zuvor Hohenstein-Ernstthal - tief stand. Leider hat auch der letzte Biss gefehlt. Dabei darf aber auch nicht vergessen werden, dass Radebeul definitiv keine schlechte Mannschaft ist. Ich bin einfach der Meinung, dass wir weiter mit Spaß Fußball spielen sollten und mehr Kampf an den Tag legen müssen. Wenn wir das beherzigen, dann fahren wir auch wieder die Dreier ein."
 
Alcatraz Wie motiviert ihr euch nach so einem Spiel, um eine Woche später wieder voll angreifen zu können?
 
Tom "Egal, ob gewonnen oder verloren – jedes Spiel beginnt von Neuem und jeder Spieler ist immer vor dem nächsten Spiel motiviert. Unsere Trainingswoche beginnt bereits montags mit einem enorm scharfen Training. Bereits in diesem sieht man, dass jeder Spieler wieder für das kommende Punktspiel motiviert ist. Es gibt eben Tage, an denen nichts oder eben alles gelingt."
 
Alcatraz Das Restprogramm der Saison hat es in sich! Fünf Spiele sind es noch und die Gegner heißen unter anderem Markranstädt, SG Leipzig Leutzsch und Rasenball II. Wie viele Punkte wollt ihr aus den letzten fünf Spielen vor der Pause noch mitnehmen?
 
Tom "Die Liga ist eine Wundertüte! In dieser kann jeder jeden schlagen. Sicherlich ist es unser Ziel, möglichst viele Punkte in unseren Händen zu halten. Ob dies gelingt, werden wir am Ende der Hinrunde sehen. Ich kann nur sagen, dass die Mannschaft mit Sicherheit künftig alles dafür geben wird."
 
Alcatraz Seit letzter Woche ist überraschend Kevin Kittler zum Team gestoßen. Ihr kennt euch sicher noch aus FCS-Zeiten. Ist es aus Deiner Sicht kompliziert, wenn ein Spieler mitten in der Saison dazu kommt oder fügt man sich direkt ins Team ein?
 
Tom "Ja, ich hatte mit Kitte kurzzeitig in der 1. Mannschaft beim FCS zusammen gespielt. Nein, ich denke nicht, dass es kompliziert ist, da Kitte ein sehr erfahrener Spieler ist und auch relativ viele aus der Mannschaft kennt bzw. auch mit einigen bereits zusammen gespielt hat. Genau wie Frank Paulus, welcher ebenfalls mitten in der Saison dazugestoßen ist, wird sich Kitte demnächst gut in das Team einfügen."
 
Alcatraz Wir als Fans fiebern dem Moment entgegen, wenn auch gerichtlich feststeht, dass der Verein wieder Betriebssportgemeinschaft heißt. Ist sowas auch für euch Spieler relevant oder bekommt man sowas eher weniger mit?
 
Tom "Mit der Umbenennung in Betriebssportgemeinschaft Chemie Leipzig kehrt natürlich ein großes Stück Tradition zurück nach Leutzsch. Ich persönlich finde, dass der Name auch einfach zur Chemie gehört. Und wer weiß, wohin es zukünftig mit diesem Namen gehen wird."
 
Alcatraz Noch einmal zu Deiner Person: Was machst du eigentlich abseits des Fußballplatzes in Freizeit und Beruf?
 
Tom "Abseits des Fußballplatzes arbeite ich als Immobilienkaufmann. Die wenige Freizeit, die mir bleibt, verbringe ich mit Freunden, meiner Familie – oder ich ruhe mich zu Hause aus."
 
Alcatraz Wie immer an dieser Stelle Deine Chance - Was willst Du den Fans und der Welt noch mit auf den Weg geben?
 
Tom "Liebe Chemie-Fans, einen Riesendank, dass Ihr uns in guten sowie in schlechten Spielen ständig und lautstark unterstützt. Großen Respekt auch an die Leute, die die Choreos vorbereiten. Die Stimmung und die Choreos sind championsleaguereif! ;) Bitte unterstützt uns weiterhin so wie bisher. Mit Euch macht Fußballspielen Spaß. Bis zum Samstag! Immer voran BSG…."
 
Alcatraz Danke Tom und viel Erfolg für die Saison!
 
29. Oktober 2011

 

 

Norman Lee Gandaa
15. Oktober 2011

 

Alcatraz

Hallo Norman! Schön, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen genommen hast. Nach dem Aus des FC Sachsen warst Du mit Abstand der erste Spieler, der sich für die BSG Chemie aussprach. Wie kam das zu Stande und war die SGLL niemals eine Option für Dich?
 
Norman "Für mich kam die SGLL niemals in Frage, allein schon, weil ich mich mit diesem Namen nicht identifizieren kann. Allein deshalb konnte es nur die BSG Chemie werden!"
 
Alcatraz In der letzten Saison konntest Du 16 Tore für die zweite Mannschaft des FC Sachsen erzielen. Bei der BSG finden wir Dich immer öfter auch im offensiven Mittelfeld. Was liegt Dir mehr?
 
Norman "Solange ich spiele, ist es mir egal, ob linkes Mittelfeld oder Sturm. Solange ich der Mannschaft und dem Verein helfen kann, nehme ich jede Position in Kauf, selbst wenn ich ins Tor müsste."
 
Alcatraz Gegen Heidenau gelang Dir im Pokal der Anschlusstreffer und trotzdem mussten wir uns letztlich gegen die Randdresdner geschlagen geben. Wie schmerzhaft ist das Aus im Pokal für Dich und die Mannschaft?
 
Norman "Es war sehr schmerzhaft, weil ich gern noch weitere Spiele im Pokal gemacht hätte - wie z.B. gegen Chemnitz, Lok oder RB, gegen die das Stadion sehr gut gefüllt gewesen wäre. Aber so ist leider Fußball und wir können uns jetzt auf die Liga konzentrieren."
 
Alcatraz Wir sehen in der Liga und im Pokal die unterschiedlichsten Schiedsrichterleistungen. Zuletzt gab es eine umstrittene rote Karte für Felix Preussner und auch Du sammelst fleißig gelbe Kartons. Sind die Schiedsrichter dem Druck so vieler Zuschauer nicht immer gewachsen oder gehen die Entscheidungen für Dich so in Ordnung?
 
Norman "Ich finde die Schiedsrichter sollten mehr Fingerspitzengefühl haben und sich nicht durch ständiges Geschreie der Spieler beeinflussen lassen. Vor allem finde ich auch in der Position des Referees Respekt den Spielern gegenüber wichtig. Da hat Arroganz nichts verloren!"
 
Alcatraz Heute spielen wir gegen Hohenstein-Ernstthal. Da gehen wir nach einem Blick auf die Tabelle als Favorit ins Spiel. Blendest Du als Spieler solche Fakten komplett aus oder hat man die Platzierungen schon im Hinterkopf?
 
Norman "Ich blende so etwas aus, weil in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. Das hat man ja schon oft gemerkt. Die Liga ist einfach eine Wundertüte."
 
Alcatraz Dass Du das Fünfeck mit Stolz auf der Brust trägst, können wir zweifellos sehen, aber was macht ein Norman Lee Gandaa abseits des Fußballplatzes, um seine Brötchen zu verdienen?
 
Norman "Ich hatte eine Lehre zum Koch angefangen, die ich aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr weiterführen konnte, und verdiene jetzt meine Brötchen bei Amazon."
 
Alcatraz Die letzte Frage ist wie immer vielmehr eine Möglichkeit für Dich. Was willst Du den Fans und der Welt mitteilen?
 
Norman "Ich glaube, unseren Fans brauche ich nicht viel zu sagen. Wenn man die Stimmung miterlebt, macht es einfach riesig Spaß und motiviert einen noch mehr. Der Welt teile ich jetzt mal nichts weiter mit. Das würde nur ausarten."
 
Alcatraz Vielen Dank Norman! Wir wünschen Dir viel Erfolg im zweifelsohne schönsten Trikot der Welt.
 
 
15. Oktober 2011

 

 

Matthias Gothe
08. Oktober 2011

 

Alcatraz Hallo Matthias! Schön, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen genommen hast. Wie viele andere Spieler warst Du ursprünglich bei Blau-Weiß Leipzig und bist dann nach dem Zusammenschluss zur BSG gekommen. Was hat sich seit dem für Dich geändert?
 
Matthias "Verändert hat sich neben dem Anfahrtsweg zur Trainings-und Spielstätte auf jeden Fall die völlig neue Atmosphäre durch unsere geilen Fans. Wir wurden sehr gut aufgenommen und man fühlt sich pudel wohl dabei. Dadurch ist man zugleich noch mehr motiviert alles für den Verein zu geben."
 
Alcatraz Deine Jugendzeit hast Du zu großen Teilen beim damaligen VfB Leipzig verbracht und bist dann zum FC Sachsen gegangen. Größer könnten Gegensätze im Leipziger Fußball ja kaum sein. Welchen Anteil hatten bei diesem Wechsel Deine Karrierepläne und wie groß war der doch eher emotionale Anteil?
 
Matthias "9 Jahre beim VfB ist schon eine lange Zeit, zumal ich dort von klein auf das Fußballspielen lernte. Dem Verein und Trainer Mateja habe ich viel zu verdanken aber durch die Insolvenz 2004 bin ich in das neue Nachwuchsleistungszentrum des FC Sachsen gewechselt. Perspektivisch gesehen gab es da optimale Bedingungen. Es ist immer wichtig, dass man in seiner Altersklasse in der höchsten Spielklasse aktiv ist, um sich persönlich weiterentwickeln zu können und das war dort gegeben. Das war auf jeden Fall der richtige Schritt. Emotional gesehen ist es schon schwer nach so langer Zeit zu gehen aber die ständige Misswirtschaft des Vereins erleichtere die Entscheidung dann doch etwas, auch wenn mir in dem Moment schon etwas mulmig zu Mute war."
 
Alcatraz Kommen wir zur Gegenwart. Beim Heimspiel gegen Grimma konntest du zwei Tore zum letztlichen 7 zu 0 Torreigen beitragen, obwohl Du ursprünglich doch eher weiter hinten auf dem Spielfeld zu finden bist. Welchen Stellenwert haben diese Tore für Dich?
 
Matthias "Selber Tore schießen gibt einem natürlich Selbstvertrauen, wobei am Ende das Team entscheidend ist. Man bekommt Lust auf mehr. Wir arbeiten in der Woche im Training an gewissen Abhandlungen und wenn die dann am Wochenende zum Tragen kommen, dann ist das sehr erfreulich! Und so weit hinten bin ich auch nicht zu finden, denn als äußerer Mittelfeldspieler muss man sich immer in den Angriff einschalten können."
 
Alcatraz Zuletzt konnte die Mannschaft nach einem tollen offenen Schlagabtausch einen Punkt aus Görlitz mitnehmen. Man hat das Gefühl, die Mannschaft wird von Spiel zu Spiel kontinuierlicher. Wie siehst Du das? Was ist besonders gut und wo siehst Du noch Nachholbedarf?
 
Matthias "Nach der Auswärtsniederlage in Kamenz haben wir gesagt, dass wir defensiv besser stehen müssen und mehr miteinander reden müssen. Im Training haben wir daran gearbeitet und in Heidenau hat man dann auch schon gesehen, dass unsere Bemühungen Früchte getragen haben. In Görlitz standen wir defensiv gut aber die haben eine gute Truppe zusammen, in der alle Fußball spielen können. Das hat schon der Freistoß gegen den Pfosten gezeigt. Letztlich ein gerechtes Unentschieden, bei dem uns Lippi den Punkt mit starken Paraden gesichert hat. Wir sind immer für ein Tor gut und müssen an das anknüpfen, was wir in den letzten Spielen zeigen konnten."
 
Alcatraz Heute geht es im Pokal gegen Heidenau. Vor wenigen Wochen konnte dort auswärts ein Punkt ergattert werden. Beide Teams kennen sich nun also. Was erwartest Du vom Spiel?
 
Matthias ": Ich würde sagen, dass sich beide Teams auf Augenhöhe begegnen und es werden Kleinigkeiten entscheidend sein. Ich erwarte ein temporeiches Spiel vor einer wiedermal tollen Kulisse. Natürlich am Ende mit einen positiven Ausgang, nämlich eine Runde weiter zu kommen!"
 
Alcatraz Beim Stellenwert des Sachsenpokals gehen die Meinungen ja wie doch so oft auseinander. Welche Bedeutung hat der Pokal im Gegensatz zum Ligaalltag für Dich?
 
Matthias "Das ist immer etwas ganz anderes. Der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Das sieht man von der niedrigsten Spielklasse bis hin zur Bundesliga. Da ist alles möglich. Die Meisterschaft hat aber Priorität. Der Pokal ist eine willkommene Zugabe. Da ist es eine schöne Sache, wenn man mal gegen eine höherklassigere Mannschaft (CFC etc.) spielen kann. Das ist ein Erlebnis für alle Beteiligten!"
 
Alcatraz Noch einmal zurück zu Dir – die Fans interessiert es immer brennend, was die Spieler neben ihrem Dasein als Held in grün-weiß so machen und wie sie ihr Geld verdienen. Wie sieht das bei Dir aus?
 
Matthias "Ich werde jetzt im Januar fertig mit meiner Ausbildung zum KfZ-Mechatroniker. Im Dezember beginnt die Prüfungszeit! 3 1/2 Jahre geht die Ausbildung und ich hoffe natürlich, dass ich übernommen werde. Alles weitere wird sich dann ergeben! Neben dem Alltag mache ich oft etwas mit den Teamkollegen oder entspanne einfach mal zuhause. "
 
Alcatraz Wie immer zum Schluss kommt jetzt Deine Möglichkeit den Fans und Welt noch etwas zu sagen. Feuer frei Matthias:
 
Matthias "An unsere sensationellen Fans: Ihr unterstützt uns in jeder Spielminute einfach klasse! Ihr seid unser 12. Mann, Ihr seid die geilsten Fans und Ihr überrascht uns die ganze Zeit mit neuen Gesängen! Lasst uns gemeinsam eine tolle Saison haben und am Ende schön zusammen feiern!!! P.S.: "Wir sind die Chemiker - Wir ham´ ein Hakeb....!"gefällt uns Allen :)! "
 
Alcatraz Vielen Dank Matthias. Wir wünschen Dir uns der Mannschaft viel Erfolg und das Weiterkommen im Pokal!
 
08. Oktober 2011

 

 

Matthias von der Weth
24. September 2011

 

Alcatraz Hallo Matthias – vielen Dank, dass wir Dich heute interviewen dürfen. Du bist damit schon der fünfte Spieler in dieser Reihe.
Du hast in Deinen jungen Jahren schon bei sehr unterschiedlichen Vereinen gespielt. Von Magdeburg ging es nach Mönchen Gladbach und danach zum FC Sachsen Leipzig. Wie kamen diese Wechsel zu Stande?

 
Matthias "Der Wechsel vom FCM nach Mönchengladbach kam durch meinen Berater damals zu Stande. In Magdeburg lief es einfach nicht so, wie es sich beide Seiten vorgestellt hatten. Somit entschied ich mich für eine neue Herausforderung in Gladbach. Zwei Jahre später dann der Wechsel zum FC Sachsen, welcher durch den Kontakt zu Dirk Heyne zu Stande kam."
 
Alcatraz Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede konntest Du zwischen dem 1. FCM, Gladbach und dem FC Sachsen feststellen?
 
Matthias "Es ist schwer alle drei Vereine miteinander zu vergleichen, dennoch haben alle drei eine Gemeinsamkeit: die Tradition und Erfolge der früheren Jahre. Es war aber immer etwas anderes mit der U23 von BMG zu spielen oder für den FCM oder den FCS. Während man in der U23 in einer Ausbildungsmannschaft spielte und die Entwicklung im Vordergrund stand, war es bei FCM und FCS anders. Dort hatte man eine gewisse Verantwortung dem Verein gegenüber, denn es war die 1. Mannschaft, das Aushängeschild des Vereins."
 
Alcatraz Den für uns wichtigsten Wechsel gab es allerdings in diesem Jahr, als Du zur BSG Chemie gekommen bist. Was hat den Ausschlag gegeben, dass Du uns als Leutzscher erhalten geblieben bist?
 
Matthias "Als es hieß, der FCS stellt zum 30.6. den Spielbetrieb ein, war für mich klar, dass ich in Leipzig bleiben will. Dann kam der Kontakt zur BSG zu Stande. Für mich war es wichtig einen Verein zu finden, bei dem ich mich wohl fühle, bei dem es Spaß macht zu spielen. Hinzu kam dann natürlich noch, dass es etwas besonders ist für die BSG Chemie Leipzig zu spielen und somit stand für mich fest, dass ich in Leutzsch bleibe."
 
Alcatraz Langeweile lasst Ihr in dieser Saison ja nicht aufkommen. Nach zwei Siegen gab es zwei Niederlagen und nun ein Unentschieden gegen Heidenau. Was fehlt der Mannschaft aus Deiner Sicht um kontinuierlicher zu punkten?
 
Matthias "In den Spielen, die wir verloren haben, haben wir als Mannschaft Fehler gemacht. Wir versuchen im Training an unseren Fehlern zu arbeiten und uns weiter als Team einzuspielen und dann denke ich, werden wir auch konstantere Leistungen am Wochenende zeigen."
 
Alcatraz Herzlichen Glückwunsch zu Deinem letzten Tor! Gib uns doch mal einen Einblick in die Gefühlswelt eines Stürmers. Was überwiegt nach so einem Spiel wie gegen Heidenau mehr – die Freude über das eigene Tor oder der Frust über den vergebenen Sieg?
 
Matthias "Ich denke, Heidenau ist ein Gegner, bei dem wir mit einem Punkt leben können, dennoch ist es immer ärgerlich, wenn man in einem Spiel in Führungen geht aber am Ende nicht mit 3 Punkten nach Hause zu fährt. Also ist es ganz klar der Frust über den vergebenen Sieg, der mehr überwiegt."
 
Alcatraz Welche Ziele möchtest Du in Deiner Karriere als Fußballer noch erreichen?
 
Matthias "Ein Ziel ist es auf jeden Fall wieder Oberliga zu spielen und vor allem gesund zu bleiben um so lange wie möglich Fußball zu spielen."
 
Alcatraz Lass uns kurz einen Abstecher vom Fußball machen. Wie sieht das Leben des Matthias von der Weth fernab des Fußballplatzes aus?
 
Matthias "Ab Oktober beginnt mein Studium an der Uni Leipzig. In der Freizeit bin ich mit Freunden unterwegs. Wir gehen bisschen was essen und trinken. Ab und zu ich sitze mal vor der Playstation oder ich bin einfach nur mit meiner Freundin zuhause..."
 
Alcatraz Unsere bekannte letzte Frage: Möchtest Du den Fans und der Welt noch etwas mitteilen?
 
Matthias "Also Chemiker, erst mal Danke für eure ständige und lautstarke Unterstützung und für die überragenden Choreos in den bisherigen Spielen. Bitte unterstützt uns weiterhin so wie bisher. Mit euch im Rücken macht Fußballspielen riesen Spaß. Chemie fetzt ! "
 
Alcatraz Danke Matthias und viel Erfolg für die Saison!
 
24. September 2011

 

 

Tim Krömer
10. September 2011

 

Alcatraz Hallo Tim! Wir freuen uns, dass Du Dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast.
Du gehörst mit Deinen 19 Jahren zweifellos zu den jüngsten Spieler des Teams. Wie nehmen Dich die erfahreneren Spieler im Team auf?

 
Tim "Ich wurde von allen Spielern sehr gut aufgenommen, besonders die erfahrenen Spieler haben mir sehr geholfen. So wurde mir in den ersten Tagen klar, dass ich im richtigen Verein gelandet bin, in dem jeder mit jedem reden kann, denn nur so kann man als Team gut funktionieren."
 
Alcatraz Deine Zeit als Jugendspieler hast du bei Dynamo Dresden verbracht und bist schließlich von deren zweiter Mannschaft zu uns gestoßen. Wie kam dieser Wechsel zu Stande?
 
Tim "Ich habe nach einer Veränderung gesucht und will mich als Spieler profilieren. Deshalb habe ich mich parallel zu meiner Studiumsuche nach einem ambitionierten Verein umgeschaut und bin dann bei der BSG hängen geblieben und meine Erwartungen wurden höchst zufriedenstellend erfüllt. "
 
Alcatraz Dieser Wechsel ist nun schon ein paar Monate her. Wie hast Du Dich bisher eingelebt und was sind Deine bisherigen Eindrücke vom Verein und dem Umfeld?
 
Tim "Da die Mannschaft grundsätzlich aus vielen kleinen Bausteinen neu zusammengesetzt wurde, fiel mir die Integration nicht schwer. Darum fühle ich mich hier sehr wohl. Das ist auch auf die Tradition des Vereins und die überaus engagierten Fans zurückzuführen, wie ich seit dem ersten Testspiel mitbekam. Einer der Höhepunkte war die Choreografie zum ersten Spieltag. Diese Punkte zeigen die intakte Vereins- und Fanphillosophie, an der ich sehr gerne mitwirke."
 
Alcatraz Nach drei Siegen haben wir gegen Kamenz eine bittere Niederlage kassiert. Hatte das Team einen schlechten Tag oder wurden uns dort doch unsere Grenzen aufgezeigt?
 
Tim "Ich denke, dass die Mannschaft im Spiel gegen Kamenz geschlossen einen rabenschwarzen Tag erwischt hat, denn wir haben schon bewiesen, dass wir mit den besseren Teams mithalten können. Ich sage immer: "Lieber einmal 5:0 verlieren und aufwachen, als fünfmal 1:0.". "
 
Alcatraz Vor allem die Abwehr schien über weite Strecken überfordert. Trotz bereits gewonnener Zweikämpfe gingen einige Bälle durch Fehlpässe verloren. Als Außenstehender fällt es natürlich leicht zu sagen, dass man die Bälle doch einfach erst mal klären sollte, statt hinten ein gefährliches Kurzpassspiel zu praktizieren. In der Realität sieht das sicher anders aus. Wie siehst du das?
 
Tim "In der Abwehr ist natürlich die Priorität, dass die Null steht, aber dennoch wird vom Team und vom Trainer verlangt ein klares Aufbauspiel zu vollziehen. Wichtig ist es in einem Spiel, wie gegen Kamenz, das man über die Zweikämpfe ins Spiel kommt, was uns leider stellenweise nicht gelungen ist und an dem wir unbedingt arbeiten müssen. Wir müssen schnell daraus lernen und im nächsten Spiel beweisen, dass wir keine Schießbude sind.  
Aber ich werde mein Bestes geben!"

 
Alcatraz Wo siehst Du das Team am Ende der Saison?
 
Tim "Eine Prognose abzugeben ist immer schwer, da man einige Parameter, wie Verletzungen, nicht voraussagen kann. Aber trotz alledem sehe ich Woche für Woche, wie das Team hart an sich arbeiten und ich denke, dass wenn wir das Niveau halten, am Ende der Saison belohnt werden. Einen konkreten Tabellenplatz kann ich nicht betiteln, aber man darf sich nie mit dem Erreichten zufrieden geben. "
 
Alcatraz Was machst du außerhalb des Spielfeldes um Deine Brötchen zu verdienen?
 
Tim "Ich habe mich für ein Studium beworben. Ab Oktober werde ich hier in Leipzig an der Uni Sport und Physik auf Lehramt studieren."
 
Alcatraz Wie immer an dieser Stelle die Möglichkeit für Dich: Willst Du den Fans und der Welt noch etwas mitteilen?
 
Tim Liebe BSG'ler und BSG'lerinnen, bitte bleibt alle so fußballverrückt wie ihr seid und unterstützt uns weiterhin so tatkräftig in guten wie in schlechten Zeiten, denn wir haben eine Menge vor und stellvertretend für die Mannschaft sage ich, dass wir alles dafür tun werden. Ich freue mich auf ein Wiedersehen beim nächsten Spiel...
 
Alcatraz Vielen Dank Tim! Viel Glück im Team der BSG Chemie!!
 
10. September 2011

 

 

Thomas Hönemann
20. August 2011

 

Alcatraz Hallo Thomas! Schön, dass wir Dich im Team der BSG begrüßen können.

Du gehörst zu den erfahreneren Spielern im Kader und hast schon die eine oder andere Station mitgenommen. Was sind Deine bisher schönsten Erinnerungen als Fußballer und welche steckst Du lieber ganz tief in die untersten Schubladen?

 
Thomas "Meine schönsten Erinnerungen sind die Oberligajahre beim FC Eilenburg sowie beim SSV Markranstädt, wo wir lange im Aufstiegsrennen mithalten konnten, es aber leider immer knapp verpasst hatten, diesen Traum zu verwirklichen. Das wäre für beide Vereine schon eine Sensation gewesen...
Ein nicht so schöner Moment war, als wir das entscheidende Spiel mit dem FC Eilenburg gegen Energie Cottbus verloren und somit den Aufstieg verfehlten. Dabei spielte der Trainer Achim Steffens eine tragende Rolle, der mich nach meiner Einwechslung in der 58. Minute neun Minuten später wieder runter nahm. "

 
Alcatraz Seit dieser Saison ziert nun das Fünfeck Deine Brust. Was unterscheidet die BSG Chemie von anderen Vereinen?
 
Thomas "Die BSG Chemie ist für mich in Leipzig ein absoluter Traditionsclub und mit seiner Fankultur einmalig!! Es ist schon Weltklasse, wie die Jungs uns immer anfeuern!! Dazu kommt noch, dass mein Vater mit Herz und Blut ein alteingesessener Chemiefan ist und es ihm damals besonders schwer gefallen sein wird, mir für meinen sportlichen Werdegang freie Hand zu lassen, als zwischen dem damaligen VfB Leipzig und dem FC Sachsen Leipzig entschieden werden musste."
 
Alcatraz Kannst Du Dir vorstellen, länger hier zu bleiben?
 
Thomas "Ja, natürlich!! Was gibt es schöneres als jedes Wochenende vor solch einer Kulisse zu spielen?!"
 
Alcatraz Markranstädt wird in den Kreisen der Traditionsvereine oft als Wurzel allen Übels gesehen, weil sie es Red Bull ermöglichten, nach Leipzig zu kommen. Für beide Vereine hast Du schon gespielt. Wie siehst Du das?
 
Thomas "Tradition und Wirtschaft spielen nun mal eine große Rolle... Für die Region und solch eine sportbegeisterte Stadt wie Leipzig ist es ein Segen. Ich denke, wir können die wirtschaftliche Kraft von RB in unserer Stadt nutzen, aber das spielerische Potential zeigen wir auf dem Platz!!"
 
Alcatraz Jetzt bist Du aber zweifelsohne beim richtigen Verein angekommen. Dafür sind wir Dir sehr dankbar. Allein in der Vorbereitung hast Du ganze acht Tore geschossen. Hast Du dir für diese Saison ein Ziel gesetzt?
 
Thomas "Ich kann mich entsinnen, dass mir das schon einer mal entlocken wollte. Aber ich halte mich da lieber bedeckt... Wenn wir so viele Spiele wie möglich für uns entscheiden können und ich dabei doch nicht die Zahl erreiche, die ich im Kopf anpeile, dann ist mir das egal.  
Aber ich werde mein Bestes geben!"

 
Alcatraz Wir haben jetzt zwei Siege in zwei Spielen gesehen. Die Euphorie ist groß. Wo siehst du die Mannschaft am Ende der Saison?
 
Thomas "Ich denke, wenn wir vom großen Verletzungspech und vielen Widrigkeiten verschont bleiben, dann können wir ein gutes Wörtchen mitreden. Aber wie ihr wisst, ist die Saison lang..."
 
Alcatraz Einer der Mitkonkurrenten ist die SG Leipzig-Leutzsch. Ein Verein, der im gleichen Stadion spielt und trainiert wie die BSG und sich ebenso das Erbe der Meistermannschaft von 1964 auf die Fahne geschrieben hat. Wie ist Deine Sicht auf die Dinge?
 
Thomas "Ich finde es schon traurig, dass man sich nicht einigen konnte oder wollte, um einen schlagkräftigen Verein in Leipzig-Leutzsch zu etablieren. Die Gründe für das Warum sind mir schleierhaft."
 
Alcatraz In der Landesliga wird man als Spieler leider noch nicht reich. Was machst Du, wenn Du mal nicht das grün-weiße Trikot trägst?
 
Thomas "Aktuell bin ich dabei, für ein Investment-/ Wirtschaftsberatungsunternehmen den Standort Leipzig aufzubauen, in das ich neben dem Fußball sehr viel Zeit investiere. Es macht mir viel Spaß, mich und mein Unternehmen weiterzuentwickeln."
 
Alcatraz Wie immer an dieser Stelle die Möglichkeit für Dich: Willst Du den Fans und der Welt noch etwas mitteilen?
Thomas Unterstützt uns weiter so..., aber immer sportlich fair!!
 
Alcatraz Vielen Dank Thomas! Wir wünschen Dir eine angenehme und erfolgreiche Zeit bei uns.
 
20. August 2011

 

 

Daniel Lippmann
06. August 2011

 

Alcatraz Hallo Daniel! Wir begrüßen Dich herzlich im Team der BSG Chemie Leipzig. In der vergangenen Saison hast du bei den Kickers aus Markkleeberg gespielt und dort maßgeblich zum Klassenerhalt beigetragen. Wie hast du die Saison erlebt?
 
Daniel "Vielen Dank. Ich freu mich sehr wieder in Leutzsch zu sein. Ich hatte ein schönes Jahr in Markkleeberg. Ein sehr familiärer Club mit vielen tollen Leuten, die sich ehrenamtlich im Verein bemühen. Sportlich lief es nicht so gut. Gefühlt haben wir jedes Spiel verloren. In der Rückrunde hatten wir zwei gute Monate, in denen wir viele Punkte für den Klassenerhalt sammeln konnten. Ich wünsche den Kickers, dass diese Saison etwas besser läuft (außer gegen uns ;-)  )."
 
Alcatraz Zählt man Deine Zeit in der Jugend mit, so hast Du über ein Jahrzehnt für den FC Sachsen gespielt. Was sind Deine schönsten Erinnerungen?
 
Daniel "Das schönste Erlebnis für mich war ganz klar die Qualifikation für die 4. Liga 2008. Aus dieser aussichtslosen Situation doch noch die Relegation zu erreichen, hat unserer Mannschaft einen unglaublichen Teamgeist gegeben. Eine tolle Zeit. Schade, dass danach alles auseinanderbrach. Aber auch an viele andere Dinge denke ich gern zurück. Hof, Schönberg, St. Pauli im AKS, die vielen tollen Leute, Spieler und Fans, die ich über die Jahre kennengelernt habe, von denen einige zu meinen besten Freunden geworden sind. Dieser Verein hat mir viel gegeben."
 
Alcatraz Gab es auch Momente, die nicht so toll waren?
 
Daniel "Eine ganze Menge! 2 Insolvenzen, 2 Abstiege, gefühlte 20 Trainer (Anm. d. Red.: es waren sogar 21 Trainerwechsel in der Geschichte des FCS), undankbare Spieler, die eine Menge Kohle kassiert und danach noch schlecht über unseren Verein geredet haben. Der FC Sachsen war auch immer für eine schlechte Überraschung gut."
 
Alcatraz Kaum ein Spieler kennt sich mit dem Leutzscher Fußball so aus wie Du. Wie bewertest Du die Teilung in BSG Chemie und SG Leipzig Leutzsch?
 
Daniel "Ein trauriges Thema. Ich habe viele Freunde auf beiden Seiten und würde mir sehr wünschen, dass alle so schnell wie möglich wieder GEMEINSAM einen Leutzscher Verein unterstützen. Ich glaube und hoffe, dass die Meisten genauso denken. Ich kenne einige Argumentationen von beiden Seiten. Manche kann ich verstehen, die meisten nicht. Auf beiden Seiten haben Leute Fehler gemacht. Diese einzugestehen und über seinen Schatten zu springen, darf einfach nicht so schwer sein. Leider geht es bei manchen Leuten mehr um personenbezogene Differenzen, als um die Vereinsinteressen. Früher gab es Derbies gegen Lok, seit 2 Jahren auch noch RB. Dieses Jahr gibt´s ein Leutzscher Derby. Das ist so absurd und bescheuert!!!"
 
Alcatraz Was hat für Dich den Ausschlag gegeben, jetzt das Fünfeck auf der Brust zu tragen?
 
Daniel "Ich wollte wieder Fußball in Leutzsch spielen. Ich hatte auch faire Verhandlungen mit der SGLL. Traurig, dass man sich mittlerweile für einen Leutzscher Verein entscheiden muss. Für das Fünfeck hab ich mich entschieden, weil ich mich einfach mehr mit diesem Namen und diesem Mythos BSG Chemie identifizieren kann. Beigetragen zu dieser Entscheidung hat auch der offene Brief von Clemens Meyer "Ich habe einen Traum". Eine von wenigen vernünftigen Sachen, die ich über diese Spaltungsgeschichte gelesen habe."
 
Alcatraz Kommen wir zur Gegenwart. Ihr habt eine wahnsinnig erfolgreiche Vorbereitung hingelegt. Was traust Du der Mannschaft für die kommende Saison zu?
 
Daniel "Die Mannschaft ist klasse. Vor allem menschlich. Alles vernünftige Jungs, die sich den Arsch für Chemie aufreißen wollen. Ich hoffe nur, dass nicht einige aufgrund der guten Vorbereitung denken, dass es von alleine geht. In dieser Landesliga kommen andere Kaliber, als unsere Vorbereitungsgegner. Es wird nicht alles von Anfang an klappen. Aber Potential haben wir definitiv."
 
Alcatraz Alles im Team ist neu. Da versuchen sich junge Talente zu etablieren und auch erfahrene Spieler kämpfen um einen Stammplatz. Wie ist da die Stimmung im Team?
 
Daniel "Bisher war die Stimmung sehr gut. Das Training ist zwar intensiv, aber auch abwechslungsreich und macht Spaß. Viele Spieler kennen sich seit Jahren und sind befreundet. Eine gute Ausgangslage für eine erfolgreiche Mannschaft. Ich hoffe, dass alle 22 sich in den Dienst der Mannschaft stellen, auch wenn immer nur 11 spielen können. Jeder wird gebraucht. Aber unser Trainer, René Behring, wird sicher jedem die Chance geben, sich zu zeigen."
 
Alcatraz Letzte Chance für Dich - möchtest Du den Fans und der Welt noch etwas mitteilen?
 
Daniel "Pro Wiedervereinigung!!! Für einen starken grün-weißen Verein!!!"
 
Alcatraz Vielen Dank Daniel und viel Erfolg für die kommende Saison. Halt den Kasten sauber!
 
06. August 2011

 

 

Martin Gröbel
12. Juli 2011

Alcatraz Hallo Martin, wir begrüßen Dich herzlich im Team der BSG Chemie! Am Freitag war Trainingsauftakt und nur einen Tag später habt ihr gegen Piesteritz, die immerhin Oberliga spielen, 4 zu 1 gewonnen.Wie bewertest Du diesen Sieg?
 
Martin "Bei Vorbereitungsspielen lege ich nicht viel Wert auf die Ergebnisse. Wichtig ist, dass die Mannschaft sich findet und die taktischen Vorgaben des Trainers umsetzt. Aber ich hoffe, wir haben den Fans etwas geboten, was Lust auf mehr macht!"
 
Alcatraz Du hast bereits in der Jugend des FC Sachsen und später sogar in der Ersten Mannschaft gespielt. Wie hast Du diese Zeit in Erinnerung und was war Dein schönstes Erlebnis beim FCS?
 
Martin "An die Jugendzeit habe ich nur positive Erinnerungen. Trainer und Mannschaft entwickelten einen vorbildlichen Zusammenhalt. In der Ersten fühlte ich mich nicht immer wohl, deswegen habe ich den Verein auch nach einem Jahr wieder verlassen. Mein größter Erfolg war der Aufstieg in die A-Junioren Bundesliga in der Saison 2004/2005."
 
Alcatraz Heute existiert der FC Sachsen leider nicht mehr und der grün-weiße Fußball teilt sich in BSG Chemie und SG Leipzig-Leutzsch. Was denkst Du über diese Teilung?
 
Martin "Ich finde es schade, dass man die Kräfte nicht bündeln konnte. Die Fanszene wird erneut aufgespalten und es wirft kein gutes Licht auf den Fußball in Leutzsch."
 
Alcatraz Die BSG Chemie hat sich zusätzlich zu den vielen Spielern von Blau-Weiß Leipzig mit guten Spielern verstärkt, die auch schon höherklassig am Ball waren. Was meinst Du, auf welchem Tabellenplatz Du und deine Mannschaft am Ende der Saison landen werdet?
 
Martin "Ich glaube, dass man mit dieser Mannschaft gegen jeden Gegner der Landesliga bestehen kann. Mein persönliches Ziel ist es, so lange wie möglich um den Aufstieg mitzuspielen."
 
Alcatraz Die Konkurrenz im Sturm ist enorm groß. Da tummeln sich neben Dir Spieler wie Norman Lee Gandaa, Matthias von der Weth, Thomas Hönemann, Tom Baumgart oder auch Marciano Voufack. Wie siehst Du da deine eigenen Chancen?
 
Martin "Es ist einfach großartig mit solchen hervorragenden Spielern trainieren und spielen zu können. Der Konkurrenzkampf ist groß - man muss sich in jeder Trainingseinheit anbieten. Selbstverständlich ist es mein Ziel, einen Platz in der Stammelf zu erlangen."
 
Alcatraz In der Landesliga kann man mit Fußball keine Millionen verdienen. Was machst Du, wenn Du nicht gerade für Chemie auf dem Platz stehst?
 
Martin "Ich habe letztes Jahr mein Bachelorstudium im Sportmanagement erfolgreich abgeschlossen. Ein weiteres Studium kam für mich nicht mehr in Frage. Deswegen habe ich mich für eine Ausbildung als Kaufmann für Versicherungen und Finanzen bei der Allianz entschieden."
 
Alcatraz Zum Schluss eine ganz wichtige Frage: Wie ist die Stimmung im Team?
 
Martin "Die Stimmung im Team ist fantastisch. Die Zusammensetzung von jugendlicher Leichtigkeit und Erfahrenheit passt einfach."
 
Alcatraz Vielen Dank Martin. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei der BSG und jede Menge Tore!

12. Juli 2011