Mit Stand Sommer 2016 zählt Alcatraz ganze 29 Mitglieder. Eigentlich kaum zu glauben, bedenkt man, dass wir uns erst 2011 neugegründet haben und mit nur drei Leuten anfingen. Besonders stolz sind wir darauf, dass es sich ausschließlich um aktive Mitglieder handelt. Karteileichen sehen zwar in der Gesamtanzahl gut aus, bringen eine Gruppe aber nicht weiter.

Was macht Alcatraz eigentlich aktuell alles bei Chemie? Das wir bei den Spielen der BSG anzutreffen sind sollte außer Frage stehen. Doch auch darüber hinaus versuchen wir uns an vielen Stellen einzubringen. So sind wir in der Saison 2014/15 wieder der Ärmelsponsor der F-Jugend und versuchen natürlich auch das ein oder andere Spiel der Chemiekids zu besuchen. Die Jugend liegt uns sehr am Herzen. Daher sind wir auch stolz auf unser jüngsten Mitglied, das in der A-Jugend gegen das runde Leder tritt.

Außerdem pflegen wir neben unserer Homepage auch eine Facebook-Seite, die Euch stets mit aktuellen Geschehnissen aus dem Verein und auch dem Fanclub informieren soll. Mittlerweile drückten bereits fast 900 Leute auf "gefällt mir". Vielen Dank dafür! Besonders erwähnenswert ist dabei unser großer Statistikteil und unser Tippspiel. Dort habt Ihr die Möglichkeit stets alle Spiele der aktuellen Saison vorauszusagen und Euch so am Saisonende ein Trikot Eurer Lieblingsmannschaft zu verdienen.

Die Truppe nimmt regelmäßig an Fanturnieren teil. Der Erfolg ist dabei absolute Nebensache. Nachdem wir bei den ersten beiden Turnieren standesgemäß den letzten Platz für uns gebucht hatten, ging es aber im Winter 2013 bereits etwas nach oben und der 15. von 18 Plätzen konnte belegt werden. Die Zukunft wird zeigen, ob da noch mehr möglich ist.

Auch einzelne Mitglieder tun sich sehr hervor. So engagieren sich manche unserer Mitglieder an den verschiedensten Stellen im Verein, von der Redaktion des Fünfecks, der Mitarbeit im Marketing des Vereins bis hin zur bereits erwähnten  Nachwuchsabteilung. Ein Mitglied ist sogar im Aufsichtsrat im Verein.

Wir wollen in allererster Linie ein gemeinsames Hobby und eine gemeinsame Leidenschaft teilen. Chemie! Zwang oder starre Regeln gibt es bei uns nicht. Zwei Grundsätze haben wir allerdings, die uns sehr wichtig sind:

1. Gewalt gehört nicht zum Fußball! Emotionen, Freude und Frust sind unzertrennliche Bestandteile des Fußballs aber in körperlichen Auseinandersetzungen darf es niemals enden. Schließlich sind wir Chemiker und keine „Fans“ anderer Vereine, bei denen Gewalt zum Fandasein gehört.

2. Politik gehört nicht ins Stadion. Jeder darf seine Meinung über Politik haben, doch was es anrichten kann, wenn Fußball mit Politik vermischt wird, das wissen wir spätestens seit DDR-Zeiten, als unser Verein doch eher zu den benachteiligten Teams zählte. Wir repräsentieren als Fans die BSG und keine Partei.

 

Alcatraz wurde mit Beginn der Saison 2011/2012 „wiedergegründet“. Dem ein oder anderen sind wir sicher noch ein Begriff, denn bereits von 2002 bis 2005 gab es uns. Damals zerstreuten sich nach Schulabschlüssen und folgenden Studiengängen oder Ausbildungen die Mitglieder in alle Herren Länder und der Fanclub löste sich zwangsläufig auf. Bereits damals mischten wir in der Fanliga mit, waren im Fanclubverband vertreten und konnten auch im Stadion die ein oder andere Aktion zeigen. 

          

          

Unsere Einstellung zu Kommerz, Tradition und Teilung der grün-weißen Gemeinschaft

Auch unsere Meinung hat sich im Laufe der Zeit verändert und verändern müssen. Daraus machen wir kein Geheimnis und lassen Euch sowohl an unserer damalige Sicht, als auch an der heutigen teilhaben.
 

Stand Beginn Saison 2011/12

Wir sind ein Fanclub der BSG Chemie Leipzig, dennoch sind wir der Meinung, dass man die grün-weiße Gemeinschaft nicht teilen sollte. Chemiker haben Jahrzehnte lang zusammengehalten. Es gab Höhen und schlimme Tiefen, die man gemeinsam gemeistert hat. 

Die Älteren unter uns durften erleben, wie man mit nichts außer dem puren Willen und einer gesunden Portion Trotz Meister wurde. Sie mussten aber ebenso erleben, wie schwer es sein konnte als Betriebssportgemeinschaft zu bestehen. Ohnmächtig standen sie erzwungenen Spielerabgängen gegenüber und erlebten wie Schiedsrichter gern mal ein paar Minuten für den BFC Dynamo nachspielen ließen. Die jüngeren haben diese Erlebnisse mit auf den Weg bekommen und auch wir haben Aufstiege, Abstiege und Insolvenzen erleben dürfen und erleben müssen. Höhenflüge und Kommerz hielten den Leutzscher Fußball oft fest umklammert und ließen ihn bis heute nicht vollständig los.

Die Kooperation des FC Sachsen mit RB Leipzig war für uns ein Schlag gegen all das, was uns Freunde, Wegbegleiter und Väter über Chemie beibrachten. RB steht für den bedingungslosen Erfolg unter dem Schatten eines Großkonzerns. Fans werden lediglich akzeptiert und als nötiges Beiwerk betrachtet. Diese Philosophie ist in keiner Weise mit den Idealen eines Chemiefans vereinbar. Aber warum gingen wir trotzdem noch ins Stadion?

Man kann über uns alles Mögliche behaupten und uns mit netten Begriffen betiteln, aber eines kann man uns nicht nachsagen - Untreue. Die Zeiten waren mies. Die Insolvenz zog sich wie ein endloser Kaugummi durch das Leutzscher Holz; ein Vorstand informierte die Fans mit weit weniger als dem Nötigsten und versäumte Mitgliederversammlungen einzuberufen; 10.000€ von RB wurden lieber genommen, als das man auch nur einen Gedanken an einen Anschluss an die BSG verschwendet hätte. Dennoch waren und sind wir mit Herz und Seele Chemiker und werden es auch bleiben. In diesen Verein haben wir zu viel Herzblut und Nerven gesteckt, als das wir ihn uns hätten durch sowas wegnehmen lassen. Man muss sich im Fußball nicht immer mögen, aber man sollte die Sache akzeptieren, für die andere einstehen. Sicher mögen wir Dynamo, Lok, Halle und Co. nicht besonders, aber sie haben Tradition und halten diese hoch. Wer das im Jahre 2011 noch schafft hat in jedem Fall Respekt verdient.

Perspektivisch sind wir überzeugt, dass wir nur als ein geeinter grün-weißer Verein bestehen können. Wir verurteilen den damaligen Weggang der Diablos zur BSG nicht. Die Beweggründe waren schließlich nachvollziehbar. Dennoch rufen wir sie ebenso wie die Fans und Mitglieder der SG Leipzig Leutzsch zu Besonnenheit und Vernunft auf. Weder die SGLL, noch die BSG kann und darf von sich behaupten die wahre Chemie zu sein. Die wahre Chemie nämlich gibt es nicht portioniert in zwei Mannschaften. Die wahre Chemie besteht aus einer starken Gemeinschaft, die trotz aller Unterschiede zwischen den Einzelnen im Stadion eine Macht ist.

Stand Frühjahr 2013

Allerdings müssen wir auch hier nach den aktuellen Geschehnissen große Abstriche machen! Bereits nach dem Ende des FC Sachsen wäre die Chance für einen Leutzscher Verein dagewesen, trotzdem gründete sich die SGL aus Motiven, die sich heute als falsch erwiesen haben. Der Aufbau einer Jugend wurde da als Grund genannt. Heute wissen wir, dass dieses Projekt nicht sehr erfolgreich verläuft. Erst kürzlich wurde dort die B-Jugend geschlossen, weil nicht genügend Spieler zur Verfügung stehen und auch rein rechtlich wurde der Kaufbetrag der Jugend noch nicht einmal im vollem Umfang an den Insolvenzverwalter des FC Sachsen überwiesen. Auf die Frage "Warum habt ihr euch überhaupt gegründet", wird man wohl so schnell keine vernünftige Antwort erhalten. Selbstverwirklichung und Machtgründe sind da Dinge, die uns im Kopf herumschwirren.

Die Kluft zwischen beiden Fanlagern ist enorm groß geworden. Man kann sich schlichtweg nicht riechen. Ob man sowas zusammenschließen kann und sollte? Wir können es uns nicht mehr vorstellen. Wir fühlen uns wohl bei der BSG und können täglich zusehen, wie neue Strukturen entstehen. Eine Fusion mit der SGL sollte man da nicht mit Macht erreichen wollen. Auch sollte man bedenken, wie uns von Seiten der SGL begegnet wird. Der BSG wurde und werden alle Steine in den Weg gelegt, die möglich sind. Verschlossene Stadiontore beim Training, ein von der SGL ausgerichtetes Catering bei unseren Heimspielen, ein Einbehalten der Betriebskostenabrechnung oder auch die neueste Bezeichnung der BSG-Anhänger als Kriminelle sind da nur Beispiele. Man kann davon ausgehen, dass bei der SGL genau andersherum gedacht und argumentiert wird. Da ist nach wie vor von "BallSG" oder auch "BSGay" die Rede. Man sieht also, wie groß die Kluft zwischen beiden Lagern ist. Eine Fusion? Leider undenkbar unter diesen Voraussetzungen. Was bleibt ist die Hoffnung, dass man sich gegenseitig schlichtweg in Ruhe lässt und akzeptiert. Leider ist aber auch daran momentan nicht mehr zu denken. Der Umgang miteinander in einschlägigen Foren spricht da Bände.

Besonders wichtig ist, dass für uns weder der Name "BSG Chemie Leipzig", noch unsere Vereinsgremien oder unsere Fans samt Ultras zur Disposition stehen. So hart es klingt aber aktuell ist ein Leutzscher Verein nur mit einem Rückzug einer der beiden Vereine aus Leutzsch möglich.

Bedenkt bitte auch, dass diese Zeilen nicht "Alcatraz" als Ganzes wiederspiegeln können. Es mag zwar die Meinung eines Großteils der Truppe sein, dennoch haben wir natürlich auch Mitglieder mit anderen Meinungen, die durchaus Akzeptanz und Gehör bei uns finden.

Abschließend noch ein Zitat aus der Leutzscher Legende zum Meisterjahr 1964. Dies zeigt besonders deutlich, wie wertvoll der Erhalt der Leutzscher Tradition sein sollte und welch wertvolles Erbe wir antreten. Es zu ehren und zu schützen sollte unser aller Motivation sein:

Die Autobahn zwischen Jena und Erfurt war auf der gesamten 150 Kilometer langen Distanz eine einzige fahrende Karawane in Grün-Weiß. Kein Bus ohne Chemie-Fahne, kein Lkw ohne Aufschrift - und gesungen wurde, sage ich Ihnen. Ja, Chemie's Erfolg setzte neue Maßstäbe in unserer bisher bekannten Begeisterungsfähigkeit.

(Fuge 1992: S.57, zitiert nach Sportmoderator Werner Eberhardt).

 

„Alcatraz“! Wie kommt man eigentlich auf sowas? Nun, der Name entstand 2002 eher aus einer Schnapslaune heraus. Bei weiterer Überlegung stieß er dann zunehmend auf Zuspruch. Nicht umsonst wird der Alfred-Kunze-Sportpark auch Leutzscher Festung genannt. „Alcatraz“ steht wohl symbolisch für die sicherste Festung aller Zeiten.

Die Insel Alcatraz liegt mitten in der Bucht von San Francisco. Sie wurde früher als Standort für ein befestigtes Fort und danach als Hochsicherheitsgefängnis genutzt. Am 12. Oktober 1933 begann der Umbau in eine Strafvollzugsanstalt. Wegen des eiskalten Wassers in der Bucht und der tückischen Strömung war „The Rock“ (Der Fels) für ein Gefängnis ideal gelegen, da eine Flucht unmöglich schien. Alcatraz fungierte bis 1963 als Hochsicherheitsgefängnis, in dem Gefangene untergebracht wurden, die in anderen Gefängnissen als unverbesserlich und schwierig eingestuft wurden. Unter ihnen befanden sich so bekannte Gangster wie Al Capone (1934–1939) oder Robert Franklin Stroud (1942–1959). In 29 Jahren gab es 14 Fluchtversuche durch insgesamt 34 Gefangene, aber keinen bekannten erfolgreichen Ausbruch. Fünf Flüchtlinge sind bis heute verschwunden und sind vermutlich im kalten Meer ertrunken. Wegen der hohen Betriebskosten und des zunehmenden Verfalls der Anlage durch das Salzwasser, was ständige Instandhaltung der alten Gemäuer notwendig machte, ordnete Justizminister Robert F. Kennedy am 21. März 1963 die Schließung des Gefängnisses an. Seitdem ist die Insel unbewohnt.

Quelle: vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Alcatraz#Hochsicherheitsgef.C3.A4ngnis

          

 
 

Der Fanclub befindet sich in der Aufbauphase. Nach und nach sollen bei uns wieder Strukturen entstehen. Bewusst versucht keiner am Früheren anzuknüpfen. Jeder kann sich einbringen und verwirklichen. Spaß am Fußball, Spaß am Verein und viel Herzblut sind alles, was wir brauchen. 

Alcatraz sucht nicht ständig nach „Frischfleisch“ oder Rekrutierungsopfern. Die Anzahl der Mitglieder ist Nebensache. Neue Leute nehmen wir aber natürlich jederzeit und  gerne auf. Wenn du dich für den Fanclub interessierst und in Erwägung ziehst beizutreten, melde dich einfach und lerne uns kennen. Wo du wohnst oder arbeitest spielt dabei gar keine Rolle. Die Chemie muss stimmen! 


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